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Braunschweig: ein ausgefranstes Sexualhandtuch der Hölle?
woman of vision | 26. Januar 10
Mein spannendster Städtetrip ging nicht nach Hamburg, München oder Frankfurt, nein - Neulich suchte ich Schuhe in Braunschweig, fand aber ausgefranste Sexualhandtücher der Hölle. Etwas mehr als 200.000 Einwohner klingen eher nach mittelgroßer Stadt mit mäßigem kulturellem Angebot. Falsch gedacht: Irgendwo in der Fußgängerzone steht samstags gegen 13:00 Uhr der „Prediger“. In Begleitung seiner nickenden Gattin prangert er, von Homosexuellen bis zu hosentragenden Frauen, mit höchster Kreativität bei der Wahl seiner Worte, an, was nicht seiner Vorstellung entspricht. So habe ich mich nach seiner Predigt in der Fußgängerzone entschieden „meinen atomaren Untergang in der Porno-Jauche der Welt“ als „hosentragende Prostituierte“ zu akzeptieren. Dass meine Freunde als „Sexualhandtücher mit Unterleibssex“ zu bezeichnen sind, war mir neu. Irgendwann nach einer halben Stunde Wortspiel, gemischt mit Diskriminierung und Fremdscham, beschloss ich, “atomarer Entsorgungskandidat“ und „Hosenfrau“ schnell wieder nach Berlin zu fahren. Hier, wo laut des Predigers „Zwillinge der Litfaßsäule (übersetzt: Homosexuelle) als Bürgermeister“ gewählt werden, fühl ich mich als „Sexualschlucker“ wohl. Bis zum nächsten Mal Braunschweig.